Ludwig Richter
Ludwig Richter wurde 1803 als Sohn eines Kupferstechers in Dresden geboren. Auf seine Reisen und Wanderungen durch die Sächsische Schweiz und das böhmische Mittelgebirge lies er sich zu seinen heimatlichen Motiven und volkstümlichen Holzschnittillustrationen inspirieren.
Seine Bilder drückten die unübersehbare Sympathie für die "kleinen Leuten" aus. Seine Liebe zur heimatlichen Natur und das Interesse an Volksbräuchen machten ihn zum bekanntesten Maler und Grafiker des Biedermeier.
Seinem Tagebuch vertraute er an: "Ein stilles, friedliches Daheim, ein kleines, freundliches Asyl, mit einem Blick ins Weite, in das kleinste Stück Natur, ist alles was ich mir wünsche."
Seine Reisen
Seine erste Reise führte ihn nach Südfrankreich. Anschließend begleitete er als Zeichner den russischen Fürsten Narischkin nach Paris. Ein Stipendium ermöglichte ihm einen dreijährigen Aufenthalt in Rom, von dort schrieb er: "Kunst ist fürs Volk, was nützt sie sonst?"
Sein Schaffen
Ludwig Richter war als Zeichenlehrer an der Porzellanmanufaktur Meissen tätig. An der Dresdner Kunstakademie wurde er 1841 zum Professor ernannt.
Er schuf zahlreiche Zeichnungen, Ölbilder und Holzschnitt-Illustrationen. Außerdem entstanden Radierungen zu Landschaften aus der Umgebung von Dresden, der sächsischen Schweiz und Roms. Besondere Anerkennung fanden seine über 150 Buchillustrationen.
1855 erhielt er auf der Pariser Weltaustellung die Goldmedaille für den "Brautzug im Frühling".
"Mein Ideal lag auf der Seite der historischen Landschaft, welche ich auf meine Weise zu entwickeln dachte", bekannte Richter später.
Begleiter des Fürstenzuges
Eine besondere Ehre wurde Ludwig Richter zuteil als Begleiter des Fürstenzuges in Dresden. Gemeinsam mit dem Architekten, Malern, Bildhauern und Wissenschaftlern beschließt er den Fürstenzug.
Im Jahre 1884 verstarb der Maler in Dresden. Er wurde mit einem prunkvollen Staatsbegräbnis auf dem Neuen Katholischen Friedhof in Dresden-Friedrichstadt geehrt, wo Sie noch heute seine Grabstätte besuchen können.
"Groß denken, im Herzen rein, halte dich gering und klein, freue dich in Gott allein."
Ludwig-Richter-Denkmal
1898 wurde ihm auf der Brühlschen Terrasse in Dresden eine sitzende Bronzefigur zum Denkmal errichtet. Da diese 1943 eingeschmolzen wurde, setzt sich seit 2003 eine Initiative dafür ein, das Ludwig-Richter-Denkmal wieder zu errichten.
Malerweg
Auf den Spuren der Romantiker wie Caspar David Friedrich, Carl Gustav Carus oder Ludwig Richter führt der Malerweg vom Liebethaler Grund über Hohnstein, Neumannmühle, Gohrisch und Weißig nach Pirna. Dieser romantische Wanderweg wird begleitet durch Stiche, Aquarelle, Skizzen und Gemälde. |