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George Bährs Vermächtnis - die Frauenkirche zu Dresden

frauenkirche dresden
Eines der architektonisch schönsten Kirchengebäudes Europas erlebte am 30. Oktober 2005 nach dem Wiederaufbau seine Weihe. Über ein Jahr früher als ursprünglich geplant empfängt die Frauenkirche nun ihre Gäste.

Der größte Sandsteinbau der Welt
1722 wurde der Architekt und Ratszimmermeister George Bähr mit der Planung einer größeren Kirche beauftragt, da die vormalige Kirche "Zu unserer lieben Frauen" baufällig und zu klein war. Nach vierjähriger Planung wurde 1726 der Grundstein gelegt und bis 1743 entstand ein barocker Neubau.

Ursprünglich sollte die Außenkuppel aus Holz bestehen und mit Kupfer verkleidet werden. Mit Unterstützung August des Starken gelang es George Bähr den Rat der Stadt Dresden davon zu überzeugen, dass eine Steinkuppel eine viel größere Wirkung haben würde.

Mahnmal und Wiederaufbau
Nach der Zerstörung im zweiten Weltkrieg blieb die Ruine als Mahnmal bestehen. Eine geplante Beseitigung des Trümmerbergs scheiterte an den Protesten der Bevölkerung. Erst 1990 nahmen die immer wieder getätigten Initiativen zu einem Wiederaufbau der Kirche konkrete Formen an.

Mit der Gründung der "Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche in Deutschland e.V." unter Vorsitz des Trompeters Ludwig Güttler wurde viel Überzeugsarbeit zum Wiederaufbau geleistet. 1991 wurde schließlich die "Stiftung für den Wiederaufbau Frauenkirche" gegründet, welche den gesamten Wiederaufbau leitete.

frauenkirche dresden
Ein einzigartiges Vorhaben startet
Im Mai 1994 wird der Grundstein der neuen Frauenkirche gelegt. Der Wiederaufbau wird durch Fördervereine und Spenden aus der ganzen Welt finanziert und ermöglicht.

Um bei jedem Wetter und auch im Winter bauen zu können, wird ein Wetterschutzdach speziell für den Bau der Frauenkirche entwickelt. Dieses konnte hydraulisch mit in die Höhe wachsen.

Die Original-Bausubstanz wird Stein für Stein abgetragen, vermessen, katalogisiert und eingelagert. Auf diese Weise konnten 43 Prozent der Steine wiederverwendet werden. Dadurch entstand die charakteristische Hell-Dunkel-Optik der Sandsteinmauern.

altar frauenkirche Der Altar
Trotz enormer Schäden, durch den Einsturz der Kirche, konnten 85 Prozent der Originalsubstanz erhalten, gesichert und konserviert werden. Bei der Wiederherstellung entschied man sich, durch einen weniger "lauten" Farbauftrag, eine Harmonie von alten, erhaltenen Bereichen und gefühlvoll neu Gestaltetem zu erreichen. Damit wurde eine Ausstrahlung erreicht, die dem hohen Anspruch eines Altars gerecht wird.

Die Orgel
Außer einigen Pfeifenfüßen und Zinntropfen war von der Originalsubstanz nichts mehr erhalten. Da auch keine Dokumente des ursprünglichen Zustands der Orgel vorhanden waren, musste eine Rekonstruktion ausgeschlossen werden.

Bei der Entscheidung für eine neue Orgel wurden mit Fachleuten verschiedene Möglichkeiten diskutiert. Sie sollte ein großes musikalisches Repertoire ermöglichen und dennoch in einem sinnfälligen Bezug zur zerstörten Orgel der Frauenkirche stehen. Dies fand man in dem Konzept der Straßburger Orgelmanufaktur Daniel Kern. Wie bei der Weihe der Kirche eindrucksvoll zu hören war, besitzt der Klang der Orgel einen ganz eigenständigen Charakter.

frauenkirche Unser Tipp:
Diese Zeilen vermochten nur einen Blick durch einen Türspalt auf die Geschichte und den Wiederaufbau dieses beeindruckenden Gotteshauses zu werfen. Gewinnen Sie einen eigenen Eindruck bei einem Besuch der Frauenkirche.
Nutzen Sie die offizielle Webseite der Frauenkirche, um sich über die Zeiten der offenen Kirche vorab zu informieren. Durch Konzertproben ist das Haus leider teilweise geschlossen.

Orgelandacht mit anschließender Kirchenführung*:  Montag bis Samstag jeweils 12.00 Uhr
Abendandacht mit anschließender Kirchenführung*:  Montag, Mittwoch, Freitag jeweils 18.00 Uhr
Orgelvesper mit anschließender Kirchenführung*:  Dienstag 18.00 Uhr
Ökumenisches Abendgebet in der Unterkirche:  Donnerstag 18.00 Uhr
Gottesdienste:  Sonntags jeweils 11.00 und 18.00 Uhr

*Bei der Kirchenführung erläutert ein Kirchenführer von der Kanzel aus den Kirchraum, seine Bedeutung und Geschichte. Die Besucher können dazu auf ihren Plätzen sitzen bleiben.
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frauenkirche zu dresden Die Frauenkirche zu Dresden. Werden, Wirkung, Wiederaufbau

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