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Sie sind hier: Artikel-Reihe "Historische Persönlichkeiten"

Ernst Rietschel

ernst rietschel
Ernst Friedrich August Rietschel ist einer der bedeutendsten deutschen Bildhauer und Denkmal-Künstler des 19. Jahrhunderts. Er schuf zahlreiche Plastiken der Großen Denker seiner Zeit. Die bekanntesten Skulpturen, sind sicher das Goethe-Schiller-Denkmal in Weimar und das Lessing-Denkmal in Braunschweig.

Der größte Teil seiner Werke befindet sich heute im Besitz des Dresdner Albertinum an der Brühlschen Terrasse. Dort werden sie immer wieder auch in Ausstellungen präsentiert.


Dresdner Studium
Ernst Rietschel wird als drittes Kind eines Beutlers und Handschuhmachers am 15. Dezember 1804 geboren. Die Familie lebt in sehr einfachen Verhältnissen. Schon mit sechs Jahren erhält Rietschel in seiner Heimatstadt Pulsnitz, Mal- und Zeichenunterricht von Gottlieb Leberecht Köhler. Bald trägt er mit der künstlerischen Gestaltung von Schießscheiben, Grabkreuzen, Tischdecken und Stammbüchern zum Unterhalt der Familie bei.

Nach einer abgebrochenen Kaufmannslehre beginnt er 1820 ein Studium an der Königlich Sächsischen Kunstakademie zu Dresden. Er betreibt sein Studium sehr engagiert und beteiligt sich bereits in seinem ersten Studienjahr an der Akademie-Ausstellung. Seine Arbeiten erhalten, wie auch in den Folgejahren, viel Anerkennung und werden mit Geldprämien ausgezeichnet.

So wird auch der sächsische Minister Detlev Graf von Einsiedel auf ihn aufmerksam und bietet ihm an, eine dreijährige Ausbildung zum Bildhauer zu finanzieren.

goethe schiller denkmal
Sein Schaffen
1826-1828 arbeitet Rietschel als Schüler von Christian Daniel Rauch in Berlin. Auf Empfehlung seines Lehrers erhält er den Auftrag für einen Entwurf zum Denkmal des sächsischen Königs Friedrich August I. in Dresden. Seine anschließende Deutschlandreise führt ihn unter anderem nach Weimar, wo er Goethe kennen lernt. Später reist Ernst Rietschel auch nach Venedig, Rom, Neapel und Pompeji.

Nach seiner Rückkehr arbeitet er in Dresden. Er ist für den bauplastischen Schmuck vieler Gebäude verantwortlich, wie beispielsweise für den Nord-Giebel des ehemaligen Hoftheaters in Dresden, der heutigen Semper-Oper. Außerdem wird ihm die Professur für Bildhauerei an der Dresdner Kunstakademie übertragen und er bezieht sein Atelier auf der Brühlschen Terrasse.

Durch seinen Einfluss wird Dresden zu einem Zentrum der Denkmals- und Porträtplastik im damaligen Deutschland. Rietschels Arbeiten zeichnen sich durch konsequenten Realismus aus. Seine Wertschätzung für die Portraitierten drückt er vor allem durch die Verwendung des jeweiligen Zeitkostüms aus.

Ehrenmitgliedschaften
Im Frühjahr 1836 wird Ernst Rietschel zum ordentlichen Mitglied der Berliner Akademie der Künste ernannt. Nur wenige Wochen später zum Ehrenmitglied der Kunstakademie in Wien. 1843 reist er nach Belgien, Holland und Frankreich und besucht in Paris David d'Angers, welcher ihn bereits in Dresden portraitierte.

Im Sommer 1855 beteiligt sich Rietschel unter anderem mit der Lessing-Statue an der Pariser Kunstausstellung. Dafür erhält er die Große Ehrenmedaille und wird zum Ritter der Französischen Ehrenlegion ernannt. In den folgenden Jahren schließen sich die Ernennungen zum Ehrenmitglied der Akademien von Stockholm, Brüssel, Kopenhagen und Antwerpen an. Außerdem wird er Mitglied des Institut de France und der römischen Accademia di San Luca.

Das Angebot, die Leitung der Berliner Kunstakademie zu übernehmen, muss er aus gesundheitlichen Gründen ablehnen. Am 21. Februar 1861 erliegt Ernst Rietschel seinem langjährigen Lungenleiden und wird auf dem Dresdner Trinitatis-Friedhof beigesetzt.

Bedeutende Werke
Ernst Rietschel hat in seinem Leben eine große Anzahl von Denkmälern und Bauplastiken geschaffen. Verschiedene davon für das Leipziger Universitätsgebäude, die Semperoper in Dresden und das Berliner Opernhaus. Einige seiner bedeutendsten Werke sind:
  • König-Friedrich-August-Denkmal am Japanischen Palais in Dresden
  • Lessing-Denkmal in Braunschweig
  • Goethe-Schiller-Denkmal vor dem National-Theater in Weimar
  • Carl-Maria-von-Weber-Denkmal in Dresden
  • Luther-Denkmal in Worms, als das größte Reformationsdenkmal der Welt
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Zu Ehren des Bildhauers
Zu Ehren Ernst Rietschel entstehen in seiner Heimatstadt Pulsnitz vor dem Rathaus ein Denkmal und die "Ernst-Rietschel-Kapelle" in der Pulsnitzer St. Nicolai-Kirche.

Sein Meisterschüler Johannes Schilling fertigt ihm zu Ehren das Denkmal auf der Brühlschen Terrasse in Dresden. Es steht am ehemaligen Ort des Ateliers von Rietschel.

1990 entsteht der Ernst-Rietschel-Kulturring und von den Wittgensteiner Kliniken wird der Ernst-Rietschel-Kunstpreis für Bildhauerei gestiftet, welcher alle zwei Jahre verliehen wird.

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Diese Artikel sind in der Reihe "Historische Persönlichkeiten" bisher erschienen:


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