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Sie sind hier: Artikel-Reihe "Historische Persönlichkeiten"

Albrecht Dürer

albrecht dürer
Albrecht Dürer war zur Zeit des Humanismus und der Reformation ein bedeutender Maler, Grafiker und Mathematiker. Nürnbergs berühmtester Sohn zählt weltweit zu den bekanntesten und bedeutendsten Künstlern.

Seine frühen Jahre
Albrecht Dürer kommt am 21. Mai 1471 in Nürnberg als drittes von 18 Kindern auf die Welt. Zunächst tritt er in die Fußstapfen seines Vaters, und beginnt eine Lehre als Goldschmied. Er bricht diese jedoch ab, um bei dem Nürnberger Maler Michael Wolgemut zu lernen und zu arbeiten.

Mit knapp 20 Jahren begibt sich Dürer auf vierjährige Wanderschaft an den Oberrhein, die ihn auch nach Straßburg, Colmar und Basel führt. Dies ist die erste von drei größeren Reisen in seinem Leben. Die Zeichnungen und Gemälde, welche in dieser Zeit entstehen, weisen eine große Leichtigkeit und dennoch hohe Detailgenauigkeit auf.

Inspiration aus Italien
Nach seiner Rückkehr 1494 heiratet er Agnes Frey, die Tochter einer angesehenen Nürnberger Familie. Bereits kurz danach tritt Dürer seine erste Italienreise an, bei welcher er in Venedig besonders die Kunst der Quattrocento studiert - die Zeit der Frührenaissance. Geprägt von dieser Reise, entstehen einige bedeutende Bilder, zum Beispiel "Adam und Eva". 1497 macht er sich selbständig und arbeitet mit seinen Mitarbeitern an verschiedenen Werken der Nürnberger Altstadt.

1505 bis 1507 reist Dürer ein zweites Mal nach Italien, wo er unter anderem den herausragenden venezianischen Maler Giovanni Bellini trifft. Wiederum erhält er viel Anerkennung für seine Arbeiten. Ein Beispiel dafür, das "Rosenkranzfest", welches Kaiser Rudolf II. erwirbt.

Auch der Rat von Venedig bietet ihm ein ansehnliches Jahresgehalt für sein Bleiben. Dennoch kehrt Albrecht Dürer nach Nürnberg zurück und wird in den Großen Rat der Stadt aufgenommen. So ist er an der Planung künstlerischer Objekte beteiligt und arbeitet unter anderem an verschiedenen Altaren, wie für die Frankfurter Dominikanerkirche. Außerdem entstehen zahlreiche Kupferstiche und Holzschnitte.

zeichnung nach dürer
Werk und Schaffen
Die "Betenden Hände" oder der wohl berühmteste Hase der Kunstgeschichte, sind sicher vielen bekannt, ebenso seine zahlreichen Tier- und Pflanzenstudien. "Denn wahrhaftig steckt die Kunst in der Natur, wer sie heraus kann reißen, der hat sie", schrieb Albrecht Dürer 1528 in seiner Proportionslehre.

Seine Arbeit am Gebetbuch Kaiser Maximilians I. gehört zu den größten Kostbarkeiten der deutschen Buchillustration. Diese entsteht gemeinsam mit bedeutenden Künstlern seiner Zeit, wie beispielsweise Lucas Cranach dem Älteren.

Seine letzte Reise führt ihn gemeinsam mit seiner Frau nach Aachen und weiter in die Niederlande. Das Tagebuch, welches in dieser Zeit entsteht, ist ein beeindruckendes Dokument über seine erfolgreichen Audienzen bei Karl V. und das Zusammentreffen mit Antwerpener Künstlern. Der Magistrat von Antwerpen bietet ihm ebenfalls vergeblich ein hohes Einkommen und weitere Vergünstigungen, um ihn zum Verbleiben zu bewegen.

Albrecht Dürer bleibt jedoch seiner Heimatstadt Nürnberg ein Leben lang treu verbunden und hier verstirbt er auch nach längerer Malaria-Erkrankung am 6. April 1528. Dem Rat seiner Heimatstadt hinterlässt er das Hauptwerk seiner letzten Schaffensperiode, die "Vier Apostel".

Kunst und Mathematik
Vor allem in seinen letzten Jahren beschäftigt er sich außerdem mit kunsttheoretischen Arbeiten, wie der Proportionslehre. Auch die Mathematik fasziniert Albrecht Dürer. So veröffentlicht er drei Bücher über Geometrie, Befestigungskunst von Städten und die menschlichen Proportionen.

Besonders die mathematischen Texte, die aus heutiger Sicht zu den bedeutendsten des 16. Jahrhunderts gehören, enthalten wertvolle Impulse für die Arbeiten von Kepler und Galilei. Zudem entsteht 1585 nach seinem Konzept die Festung Munot zu Schaffhausen.

albrecht dürer haus Das Albrecht-Dürer-Haus
Nach seiner zweiten Italienreise kauft Dürer in Nürnberg das heute nach ihm benannte Haus. Es ist ihm bis zu seinem Tode Wohn- und Arbeitsstätte.

1871 wurde das Dürer-Haus am Tiergärtnertorplatz in ein Museum umgewandelt. Die Besucher erhalten einen umfassenden Einblick in das Leben und Wohnen seiner Zeit, sowie die Arbeit des Meisters. Zu festen Zeiten führt die Ehefrau Agnes Dürer, eine Schauspielerin in historischer Hausfrauenrobe, durch das Haus und plaudert aus dem Nähkästchen.

Für Interessierte finden außerdem regelmäßig Ausstellungen und Veranstaltungen statt. Übrigens macht der Albrecht-Dürer-Weg, beginnend an seinem Haus, die bekannten und unbekannten Spuren des weltbekannten Malers in seiner Heimatstadt direkt erlebbar.
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Diese Artikel sind in der Reihe "Historische Persönlichkeiten" bisher erschienen:


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